Yuuko Shiokawa wurde in Tokyo geboren und erhielt ab dem 5. Lebensjahr Violinunterricht. 1957 übersiedelte sie nach Lima, Peru, wo sie neben dem Violinstudium bei Eugen Cremer bereits Konzerte gab. Erste Violinabende und Solistendebüt unter dem Dirigenten S. Skrowaczewski folgten. Ab 1963 war sie Meisterschülerin bei Prof. Wilhelm Stross in München und setzte ihr Studium 1968 bei Sandór Végh in Salzburg fort.

Mit 19 Jahren wurde ihr der Preis der Deutschen Musikhochschulen und der Mendelssohn-Preis zuerkannt. Ab 1963 dehnte sie ihre Konzerttätigkeit auf ganz Europa aus. Sie wirkte wiederholt an Konzerten und Europatourneen des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks unter Rafael Kubelik mit. Ebenfalls konzertierte sie mit Berliner Philharmonikern, bei den Pfingstfestspielen in Salzburg unter der Leitung von Herbert von Karajan, 1977 beim Osaka Festival, des weiteren mit der Staatskapelle Dresden unter Herbert Blomstedt, mit dem New York Philharmonic Orchestra, dem Boston Symphony, London Symphony, dem Israel Philharmonic Orchestra sowie mit dem NHK Symphony Orchestra Tokyo. Seit 1969 pflegt Yuuko Shiokawa eine ständige Konzerttätigkeit auch in Japan.

Das 6. Violinkonzert von Jan Kubelik mit Yuuko Shiokawa als Solistin wurde in München aufgenommen und in London (1983) und in Luzern (1990) unter der Leitung von Rafael Kubelik aufgeführt.

Yuuko Shiokawa war häufiger Gast beim Marlboro Musik Festival, am Lockenhaus Musikfest, am Lichfield Festival, am London Haydn Festival, von 1989 bis 1998 jährlich an den Musiktagen Mondsee und von 1995 bis 2013 bei den Ittinger Pfingstkonzerten in der Kartause Ittingen (Schweiz). Ihre vielseitige kammermusikalische Tätigkeit umfasst Auftritte bei Bach-Festspielen, darunter weltweit Solorezitals, Sonatenabende mit Bruno Canino und Sir András Schiff und die zyklische Aufführung sämtlicher Sonaten für Violine und Klavier von W.A. Mozart in München und London.

Zu den zahlreichen Schallplattenaufnahmen gehören die Mozartsonaten mit der japanischen Pianistin Keiko Toyama und die Aufnahme der Solosonaten und Partiten von J.S. Bach. 1992 erschien eine Aufnahme mit Violinsonaten von Mozart, aufgenommen auf Mozarts Violine und mit Sir András Schiff auf Mozarts Hammerflügel im Geburtshaus des Komponisten. 1996 erschien eine CD mit Klaviertrios von Mozart, ebenfalls eingespielt mit Mozarts eigenen Instrumenten, und 1998 folgten die Klaviertrios von Schubert mit Sir András Schiff und Miklós Perényi sowie die Bartók-Sonaten. Im Jahre 2000 erschien eine Schubert-CD mit u.a. der Fantasie C-Dur für Violine und Klavier D 934; eine weitere Duo-Einspielung mit Yuuko Shiokawa und Sir András Schiff von 2017 ist Werken von J.S. Bach, F. Busoni und L. van Beethoven gewidmet.

1967 hat Rafael Kubelik der Künstlerin die Violine seines Vaters Jan Kubelik, die Stradivarius „Emperor“ von 1715, zur Verfügung gestellt, welche sie bis zum Jahr 2000 spielte.

Yuuko Shiokawa ist mit Sir András Schiff verheiratet.