„Er ist nicht nur ein Virtuose, sondern vor allem ein großer Musiker – ein immer seltener werdender Zufall“

Milan Kundera

Im Alter von acht Jahren gibt der in Lyon gebürtige Pianist Alain Planès sein erstes Konzert mit dem Orchestre National de Lyon. Er geht nach Paris und besucht am dortigen Konservatorium die Klassen von Jean Doyen (Klavier) und Jacques Février (Kammermusik). Es folgen Studien in den Vereinigten Staaten an der Indiana University in Bloomington bei Menahem Pressler, dessen Assistent er wird. Er besucht auch Klassen beim Piansten György Sebök, dem Geiger Franco Gulli, dem Bratschisten William Primrose und dem Cellisten Janos Starker. Er teilt sich mit György Sebök die Klavierbegleitung von Janos Starker auf seiner Amerika- und Europatournee und wird 1979 von Rudolf Serkin zum Kammermusikfestival Marlboro eingeladen, was einem Ritterschlag für besonders talentierte junge Solisten entspricht. Zurück in Frankreich bietet ihm Pierre Boulez die Position des Solopianisten des „Ensemble Intercontemporain“, des in Paris ansässigen, mit international reputierten Solisten besetzten Instrumentalensembles für zeitgenössische Musik an. Ab 1981 folgt eine Karriere als Solist und Kammermusiker, die ihn zu den größten Festivals führt, nach Aix-en-Provence, Montreux, La Roque d’Anthéron, zur „Folle Journée de Nantes“, nach Saintes, nach Toulouse zum „Piano aux Jacobins“, um nur einige zu nennen. In der Kammermusik tritt er mit Alain Meunier, Jean-Jacques Kantorov, Michel Portal, Gérard Caussé, Stéphane Degout und anderen auf. Als Solist spielt er mit dem Orchestre de Paris, dem Orchestre National de France, dem Orchestre Philharmonique de Radio-France, den Orchestern der Pariser und der Brüsseler Oper, dem SWR Baden-Baden und dem Concerto Köln.
Alain Planès hat die gesamten Sonaten von Schubert und die gesamten Klavierwerke von Debussy für Harmonia Mundi eingespielt. Darüber hinaus gibt es Aufnahmen mit Werken von Chopin, Chabrier, Janacek, Haydn und Scarlatti. Seine neueste Aufnahme ist der Musik Bartoks  gewidmet.
Alain Planès hat sich schon immer für Originalinstrumente begeistert und spielt im Konzert und auf CD die Werke von Scarlatti, Haydn, Mozart, Schubert und Chopin gerne auf Klavieren aus dem achtzehnten und neunzehnten Jahrhundert. Derzeit bereitet er eine Gesamtaufnahme der Klavierwerke Beethovens auf historischen Instrumenten vor, die von der Regisseurin Solrey, die auch den Dokumentarfilm  „Alain Planès, l’infini turbulent“ („Alain Planès, Turbulenz im Unendlichen“) drehte, verfilmt werden soll.

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