JOHANNES BRAHMS – Weggefährten und Widersacher

Freitag, 29.8., 19:30 Basilika Mondsee
Auftakt
J. S. Bach: Suite III für Violoncello solo in C-Dur BWV 1009
J. Brahms: aus den Choralvorspielen op. 122 für Orgel:
Nr. 2 Herzliebster Jesu
Nr. 5 Schmücke dich, o liebe Seele
Nr. 8 Es ist ein Ros entsprungen
Nr. 10 Herzlich tut mich verlangen
G. F. Händel: Deutsche Arien

Wen-Sinn Yang, Violoncello
Gottfried Holzer-Graf, Orgel
Sarah-Luise Traubel, Sopran
Ensemble Benevolenti

Mit den beiden großen deutschen Komponisten des Barock hat sich Johannes Brahms immer wieder auseinander gesetzt, sei es mit Variationen, Bearbeitungen oder wie hier mit  Choralvorspielen für die Orgel.

Samstag, 30.8., 17:30 Schloss Mondsee
Liebten sie Brahms?
Brahms in den Augen seiner Zeitgenossen

Vortrag von Dr. Otto Biba

Samstag, 30.8., 19:30 Schloss Mondsee
Feierliche Eröffnung Antipoden 1
J. Brahms: Streichquartett c-Moll op. 51/1
Mayako Kubo: Sanriku-Lieder (2011) für Sopran und Streichquintett,
        im Andenken an die Opfer des Tsunamis 2011
A. Bruckner: Streichquintett F-Dur WAB 112

Sarah-Luise Traubel, Sopran
Matthias Buchholz, Viola
Ernst Weissensteiner, Kontrabass
Auryn Quartett

Kritiker und Publikum im Wien des 19. Jahrhunderts stilisierten Brahms und Bruckner – ganz gegen deren Willen – zu Anführern eines „Kulturkrieges“: den der Tradition verpflichteten (Brahms) und den Anhängern der Neudeutschen Schule um Wagner (Bruckner).

Sonntag, 31.8., 11:00 Schloss Mondsee
Frei aber einsam
J. Brahms: Scherzo c-Moll aus der „FAE-Sonate“
J. Joachim: Romanze für Violine und Klavier B-Dur op. 2 Nr. 1
R. Schumann: Sonate für Violine und Klavier d-Moll op. 121
J. Brahms: Streichquartett op. 51/2

Gerard Poulet, Violine
Henri Sigfridsson, Klavier
Auryn Quartett

Frei aber einsam war das Lebensmotto des berühmten Geigers Joseph Joachim, das sich auch sein Freund Brahms zu eigen machte. Die Anfangsbuchstaben F-A-E bilden das thematische Material einiger Werke von Komponisten aus ihrer beider Freundeskreis.

Sonntag, 31.8., 19:30 Schloss Mondsee
Schlosskonzert léger
eXtracello: Von Dowland bis Dylan

In diesem abwechslungsreichen Programm lassen die vier Cellistinnen (Alt)bekanntes neu hören: Songs von der Renaissance bis zum Rock´n Roll – von Dowland bis Dylan, speziell für diese Besetzung arrangiert. Von klassisch bis neutönend, kitschig bis schräg, anspruchsvoll, unterhaltsam und mit unverkennbarem Esprit!
Und das „eXtra“-extra“: Gudula Urbans wunderbare Stimme, mit eigenen Songs oder Arrangements bekannter Jazz-u. Popstandards.

eXtracello
Edda Breit, Melissa Coleman, Margarethe Deppe, Gudula Urban – Violoncello

Montag, 1.9., 19:30 Schloss Mondsee
Frankreich
C. Debussy: Sonate für Violine und Klavier g-Moll
J. Brahms: Drei Intermezzi op. 117
E. Chausson: Konzert für Violine, Klavier und Streichquartett D-Dur op. 21

Gerard Poulet, Violine
Henri Sigfridsson, Klavier
Auryn Quartett

Der Kulturstreit zwischen Wagnerianern und Traditionalisten beeinflusste auch das Musikleben Frankreichs. Es gab uneingeschränkte Bewunderer der Musik Wagners, wie z. B. Chausson, aber auch andere, die – wie Debussy – davon gleichermaßen fasziniert wie abgestoßen waren und sich mehr an der Noblesse Schumanns orientierten.

Dienstag, 2.9., 19:30 Schloss Mondsee
Liebesleid
Cl. Schumann: Klaviertrio g-Moll op. 17
Mayako Kubo: Zwei Stücke für Violoncello und Klavier
Lesung: Briefwechsel Clara Schumann und Johannes Brahms
J. Brahms: Klavierquartett c-Moll op. 60

Benjamin Schmid , Violine
Matthias Buchholz, Viola
Wen-Sinn Yang , Violoncello
Henri Sigfridsson, Klavier
August Schmölzer und Adelheid Arndt, Lesung

Seit seiner ersten Begegnung war Brahms unglücklich in Clara Schumann verliebt. Das Klavierquartett c-Moll gilt als das Werk, in dem er endgültig von seinen Hoffnungen Abschied nimmt.

Mittwoch, 3.9., 19:30 Schloss Mondsee
Neudeutsch- Traditionalisten
F. Liszt: Liebestraum, Notturno Nr. 3 As-Dur
Konzertetüde Des-Dur „Un sospiro“
H. Wolf: Intermezzo Es-Dur
R. Wagner: Siegfried-Idyll WWV 103
J. Brahms: Serenade Nr. 1 D-Dur op. 11

Clara Andrada, Flöte
Christiane Dimigen, Oboe
Gerald Pachinger und Daniela Fuchs, Klarinette
Richard Galler, Fagott
Hervé Joulain und Erik Košak, Horn
Rainer Küblböck, Trompete
Ernst Weissensteiner, Kontrabass
Silke Avenhaus, Klavier
Auryn-Quartet

Hier sind die Protagonisten dieses so genannten „Kulturkampfes“ vereint: Liszt, Wagner und der scharfe Brahms-Kritiker Wolf auf der einen, Johannes Brahms auf der anderen Seite. Die Unversöhnlichkeit der Positionen ist für uns heute unverständlich.

Donnerstag, 4.9., 19:30 Schloss Mondsee
Ungarn
J. Haydn: Klaviertrio G-Dur Hob. XV:25
J. Brahms: Ungarische Tänze Nr. 1 g-Moll und Nr. 6 B-Dur
B. Bartók: Kontraste für Klarinette, Violine und Klavier Sz 111
E. Dohnányi: Sextett C-Dur op. 37 für Klavier, Klarinette, Horn und Streichtrio

Gerald Pachinger, Klarinette
Hervé Joulain, Horn
Benjamin Schmid , Violine
Matthias Buchholz, Viola
Wen-Sinn Yang , Violoncello
Silke Avenhaus, Klavier

Johannes Brahms war von der ungarischen Folklore, die er in Wien kennen lernte, fasziniert. Immer wieder verwendete er ungarische Melodien in seinen Kompositionen, genau wie Joseph Haydn oder die Ungarn Dohnanyi und Bartók.

Freitag, 5.9., 19:30 Schloss Mondsee
Brahms the progressive
J. Brahms: Sonate für Violoncello und Klavier F-Dur op. 99
A. Schönberg: Sechs kleine Klavierstücke op. 19
Mayako Kubo: Streichquartett „Die Glocken“ (UA)
J. Brahms: Klavierquartett g-moll op. 25

Matthias Buchholz, Viola
Raphaela Gromes, Violoncello
Silke Avenhaus, Klavier
Auryn Quartett

In seinem Aufsatz „ Brahms the Progressive“ analysiert Arnold Schönberg am Beispiel der Cello-Sonate die Fortschrittlichkeit der Brahms’schen Musik und widerlegt damit das von den Wagnerianern gehegte Vorurteil des rückwärts gewandten Brahms.

Samstag, 6.9., 11:00 Schloss Mondsee
Suprise
J. Brahms: Sonate Nr. 3 d-Moll
E. Korngold: Suite Much Ado about Nothing op. 11C. Saint-Saens: Introduction et Rondo capriccioso, op. 28

Lara Boschkor, Violine
Juan Diego Galindez Gutierrez, Klavier

Samstag, 6.9., 19:30 Schloss Mondsee
Antipoden 2
B. Britten: Phantasy Quartet für Oboe, Violine, Viola und Violoncello op. 2
J. Brahms: Streichsextett G-Dur op. 36
P. I. Tschaikowsky: Streichsextett d-Moll „Souvenir de Florence“ op. 70

Christiane Dimigen, Oboe
Matthias Buchholz, Viola
Niklas Schmidt, Violoncello
Auryn Quartett

Auch außerhalb der „Wagnerianer“ gab es Komponisten wie Britten und Tschaikowsky, die Brahms‘ Musik für akademisch und langweilig hielten und somit zu seinen „Widersachern“ zählen.

Änderungen vorbehalten, Stand August 2014